Maßnahmen des hessischen Kultusministeriums



Maßnahmen des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg





Literaturverzeichnis

Hessisches Kultusministerium (13.03.2020a): Anregungen zum digitalen Lernen, zuletzt geprüft am 16.07.2020.

Hessisches Kultusministerium (13.03.2020b): Regulärer Schulbetrieb wird bis zu den Osterferien ausgesetzt. Online verfügbar unter https://kultusministerium.hessen.de/presse/pressemitteilung/regulaerer-schulbetrieb-wird-bis-zu-den-osterferien-ausgesetzt, zuletzt geprüft am 16.07.2020.

Hessisches Kultusministerium (18.03.2020): Landesabitur wird fortgesetzt. Online verfügbar unter https://kultusministerium.hessen.de/presse/pressemitteilung/landesabitur-wird-fortgesetzt, zuletzt geprüft am 16.07.2020.

Hessisches Kultusministerium (17.04.2020): Kultusminister Lorz: „Wir gehen mit der Öffnung die ersten Schritte zu mehr schulischer Normalität.“. Online verfügbar unter https://kultusministerium.hessen.de/presse/pressemitteilung/kultusminister-lorz-wir-gehen-mit-der-oeffnung-die-ersten-schritte-zu-mehr-schulischer-normalitaet, zuletzt geprüft am 16.07.2020.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (13.03.2020): Landesweite Schließung von Schulen, Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege ab Dienstag, 17. März 2020. Online verfügbar unter https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+03+13+Landesweite+Schul-+und+Kitaschliessungen, zuletzt geprüft am 16.07.20.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (20.03.2020): Zentrale Prüfungen werden verschoben. Online verfügbar unter https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+03+20+Zentrale+Pruefungen+werden+verschoben, zuletzt geprüft am 16.07.2020.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (23.03.2020): Zusätzliche Serverleistung für Lernmanagementsystem Moodle, zuletzt geprüft am 16.07.2020.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (27.03.2020): Prüfungen 2020: Mehr Termine und Vereinfachungen. Online verfügbar unter https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+03+27+Termine+zentrale+Abschlusspruefungen+2020, zuletzt geprüft am 16.07.2020.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (20.04.2020a): Eingeschränkter Start des Schulbetriebs am 4. Mai 2020. Online verfügbar unter https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+04+20+Informationen+zur+Wiederaufnahme+des+Schulbetriebs+ab+dem+4_+Mai+2020, zuletzt geprüft am 16.07.2020.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (20.04.2020b): Notbetreuung wird vom 27. April 2020 an erweitert. Online verfügbar unter https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+04+20+Notbetreuung+wird+vom+27_+April+2020+an+erweitert, zuletzt geprüft am 16.07.2020.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (27.04.2020): Mit Threema startet der erste Baustein der Digitalen Bildungsplattform in den Echtbetrieb. Online verfügbar unter https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+04+27++Messengerdienst+unterstuetzt+Lehrerinnen+und+Lehrer, zuletzt geprüft am 16.07.20.

Teil 2: Forschungsdesign zur Evaluation des Verbots der Präsenzlehre und des Homeschoolings

Bei der Auswahl des zu evaluierenden Instruments haben wir uns an dem wohl der größten Veränderung im Bildungsbereich orientiert: Das Verbot der Präsenzlehre und der damit verbundene, notwendige Umstieg zu Formen des Homeschoolings. Wir postulieren einen Zusammenhang vom sozio-ökonomischen Status der Schüler*innen und deren schulischer Leistung.

Wir argumentieren, dass Schüler*innen aus sozial-benachteiligen Familien einen Nachteil bei der digitalen Lehre haben, da sie bspw. aufgrund von beengten Wohnverhältnissen keine angemessenen Rückzugsorte besitzen, um in Ruhe lernen zu können, oder dass sie schlicht nicht die notwendigen Endgeräte wie Laptops besitzen. Schüler*innen aus nicht benachteiligten Familien haben tendenziell weniger Probleme, da sie die Endgeräte und Rückzugsorte haben, und eher die Eltern als einen angemessen „Lehrer*innenersatz“ konsultieren können.

Um dies zu untersuchen, haben wir uns für die folgende Forschungsfrage entschieden: Haben sich bereits existierende Ungleichheiten in der Bildung durch das Homeschooling verstärkt? Dabei bildet das Homeschooling unsere unabhängige Variable und die schulischen Ungleichheiten unsere abhängige Variable. Homeschooling definieren wir als „jegliche Form des Lernens, die nicht als Präsenzlehre in der Schule vom Lehrer/von der Lehrerin stattfindet“. Also eine Art der Fernlehre, bei welcher „die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, bei der der Lernende und der Lehrende ausschließlich oder überwiegend räumlich getrennt sind (FernUSG vom 04.12.2000, §1). Das regulative Instrument hat den gesamten Schulbetrieb nicht nur in Deutschland auf den Kopf gestellt. Neue Lehr- und Lernmethoden gilt es zu entdecken, zu verstehen und in Zukunft ihre Effektivität zu analysieren.

Wie zu Beginn bereits angemerkt, postulieren wir einen Zusammenhang zwischen dem sozio-ökonomischen Kapital von Schüler*innen und deren schulischer Leistung in Zeiten des Homeschoolings. Unser theoretisches Argument lautet folglich: Kinder aus Familien mit größeren sozio-ökonomischem Kapital haben weniger Probleme im Homeschooling zu lernen, als Kinder aus sozio-ökonomisch benachteiligten Familien. Gründe für diesen Nachteil könnten z.B. sein, dass die Eltern keine Unterstützung aufgrund fehlender Deutschkenntnisse oder Wissens über das Fach leisten können. Aber auch das Fehlen von Materialien erschwert Schüler*innen aus benachteiligten Familien das Lernen und zementiert die Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem.

Die zu überprüfende Hypothese lautet daher: Digitale Lehre führt zu größeren Leistungsunterschieden zwischen sozial benachteiligten und nicht benachteiligten Schüler*innen.

Für die Konzeption der Ungleichheit verwenden wir drei Attribute, um eine ausreichende Präzisierung des Begriffs und Überprüfbarkeit der Hypothese gewährleisten zu können. Erstens die ökonomische Ungleichheit, die sich zum Beispiel aus einem geringen Einkommen oder Vermögen der Eltern oder dem Wohnort kennzeichnen. Zweitens die soziale Ungleichheit, die wir kenntlich machen wollen über dichotome Variablen, zum Beispiel mit der Frage, ob die Eltern das Abitur absolviert haben oder gute Deutschkenntnisse besitzen. Drittens beachten wir den Leistungsstand der Schüler*innen, der ganz klassisch durch die Notengebung der Lehrkräfte erfolgt und ein akzeptables Maß zur Identifizierung der Leistungsdifferenz zwischen benachteiligten und nicht-benachteiligten Schüler*innen vor und nach dem Homeschooling darstellt.

Wir möchten diese Evaluation konkret bei Schüler*innen aus Baden-Württemberg durchführen, da uns hier Expert*innen sowie Proband*innen mit geringem Aufwand zur Verfügung stehen und schlicht ein Forschungsinteresse aufgrund unseres Standortes existiert. Ferner möchten wir unseren Fokus auf Schüler*innen der neunten Klasse richten, da wir der Ansicht sind, dass ab der neunten Klasse ein gewisses Maß an eigenständigem Lernen möglich ist und erwartet werden kann, wenngleich Hilfe von Lehrkräften oder Eltern unerlässlich ist. Des Weiteren beginnt sich der zu vermittelnde Lernstoff langsam zu spezialisieren, überschreitet grundlegende Kenntnisse und weniger gut gebildete Eltern können oft nicht mehr ausreichende Hilfestellung geben.

Mit einem Differences in Difference Design als Quasi-Experiment gilt es, diese Unterschiede zu identifizieren und einen Vorher/Nachher Vergleich des Homeschoolings durchzuführen. Unterscheiden sich die Noten der Kontrollgruppe, also die Noten der Schüler*innen vor der Etablierung von Homeschooling, von den Noten der Treatmentgruppe, also den Noten der Schüler*innen nach der Etablierung von Homeschooling? Das Treatment ist also hier das Homeschooling und das zu überprüfende Y der Gesamtnotendurchschnitt der Schüler*innen. Bei Bedarf kann hier auch weiter differenziert werden und mithilfe der Betrachtung einzelner Fächer weitere Schlüsse über die Auswirkungen von Homeschooling auf die unterschiedlichen Fächer gezogen werden. Wir haben uns für diese Methode entschieden, da sie unserer Ansicht nach am besten in der Lage ist, unbeobachtete Unterschiede, die es vor der Einsetzung digitaler Lehre bereits gab, zwischen der Kontroll- und Versuchsgruppe identifizieren zu können. Außerdem ist es vergleichsweise leicht, diese Methode mit anderen Methoden zu verknüpfen und bei Bedarf die Untersuchung auszudehnen und weitere Implikationen des Homeschoolings zu untersuchen.

Literaturverzeichnis:

FernUSG, vom 04.12.2000 (19.07.2020): Gesetz zum Schutz der Teilnehmer am Fernunterricht. Fundstelle: 2211-4 In: BGBI: I S. 1670. Online verfügbar unter https://www.gesetze-im-internet.de/fernusg/__1.html, zuletzt geprüft am 19.08.2020.

Teil 3: Mögliche Herausforderungen und Probleme bei der Evaluation

Bei der Evaluation der schulpolitischen Maßnahme des Homeschoolings stößt man auf verschiedene Herausforderungen.

Eine der schwierigsten ist wohl die Frage, ob die Bewertungsmaßstäbe bezüglich der schulischen Leistungen gleich angelegt wurden. Diese können variieren und von der Schulform, der Schule oder sogar der Lehrer*innen abhängen. So besteht in jeder Schule eine individuelle Situation, weshalb ein landesweiter Vergleich problematisch sein könnte. Außerdem gibt es außer der sozio-ökonomischen Situation der Eltern noch viele weitere externe Faktoren, von denen die Leistungen der Schüler*innen abhängig sein können, die auch unabhängig von der Covid-19-Pandemie eintreten. Beispiele sind dafür ein Lehrerwechsel, Unterrichtsausfall durch Lehrermangel, ein Umzug oder aber auch schwerere Inhalte oder schlicht weniger Interesse in diesem Schuljahr, woraus schlechtere Individualleistungen folgen können. Außerdem ist es ebenfalls möglich, dass Homeschooling für viele Schüler*innen keine geeignete Lernmethode ist. Um während der Online-Lehre bzw. allgemein mithilfe des Selbststudiums gute Leistungen zu erbringen, ist viel Motivation und Selbstdisziplin nötig. Eine Studie zeigt, dass Erfolg im Studium kaum mit einer hohen Arbeitszeit korreliert (Metzger 2018: 63). Wichtiger ist stattdessen, dass Studierende beim Erlernen und Einüben der Lerninhalte motiviert sind und die Frage, welches Profil diese Motivation hat, beispielsweise entweder ein pragmatisches, angst- oder selbstbestimmtes (Metzger 2018: 63-64). Bei Schüler*innen, die noch jünger und häufig weniger flexibel sind, da sie einige Lern- und Arbeitsmethoden noch nicht kennen, kann das ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Herausforderung sein.

Ein Lösungsvorschlag von unserer Seite wäre hierfür eine Schülerbefragung, um von den Schüler*innen selbst zu erfahren, wodurch die eventuellen Verschlechterungen der Leistungen bedingt werden. So könnte genau erforscht und analysiert werden, ob Leistungsgefälle wirklich durch fehlende Materialien oder Unterstützung der Eltern erklärt werden können oder doch eher durch persönliche Gegebenheiten. Da wir in der Evaluation Schüler*innen ab der 9. Klasse betrachten würden, könnte man erwarten, dass sie dieses Maß an Selbstreflexion bereits besitzen und man aus den Antworten brauchbare Informationen für die Evaluation generieren könnte.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, ob Lehrer*innen während der Pandemie Schülerleistungen unter Berücksichtigung der Umstände anders bewertet haben oder auch Tests und Klassenarbeiten anders als normalerweise konzipiert wurden. Denkbar wäre beispielsweise, dass entweder der gleiche Stoff erlernt und abgefragt wurde oder dass Inhalte gekürzt oder ausgelassen wurden, um die Schüler*innen nicht zu überfordern oder demotivieren. Vorstellbar ist zudem, dass bei den Prüfungen leichtere Fragen gestellt wurden oder bei der Korrektur die Schwierigkeiten des Homeschoolings für einige Kinder berücksichtigt wurden und Lehrkräfte deshalb weniger streng bewertet haben. Dieses Problem könnte man versuchen zu lösen, indem zum Beispiel Befragungen der Lehrer*innen durchgeführt werden. Fraglich ist hierbei, inwieweit diese ihr Verhalten selbst beurteilen können oder auch wollen, falls sie beispielsweise tatsächlich die Klassenarbeiten so konzipiert haben, dass sie für die Schüler*innen leichter zu lösen sind. Alternativ könnte man den Stand der Lehrpläne kontrollieren, um zu schauen, inwieweit diese korrekt eingehalten wurden oder eben nicht. Vergleichen müsste man diese Ergebnisse wiederum mit der Menge des Erlernten aus den vorherigen Jahren, da es durchaus möglich ist, dass bereits vor der Corona-Pandemie nicht alle vorgegebenen Themen bearbeitet werden konnten. All diese Anstrengungen, der Herausforderung zu begegnen, könnten aber bei den Lehrkräften zu Unmut führen. Diese könnten ein ungutes Gefühl der Kontrolle und des Misstrauens empfinden, was nicht im Sinne der Evaluation liegen kann.

Fraglich ist außerdem, ob jetzt bereits der richtige Zeitpunkt ist, eine Evaluation des Homeschoolings für sozio-ökonomisch benachteiligte Schüler*innen vorzunehmen. Es kann sein, dass sich Unterschiede erst nach einiger Zeit zeigen, was auch als Time Lag (Verzögerungseffekte) bezeichnet werden kann. Lernstoff, der für den Lehrplan der neunten Klasse eingeplant ist, wird für die zehnte Klasse vorausgesetzt. Dadurch kann zwischen den Schülern, die trotz Homeschooling und Online-Lehre den Stoff erlernen konnten und denen, die Schwierigkeiten dabei hatten, ein verspätetes Leistungsgefälle entstehen.

Aus den oben genannten Gründen und den vielen zu beachtenden Kontrollvariablen ist es insgesamt fraglich, inwieweit wirklich von kausalen Effekten des Homeschoolings auf die Leistungen von Schülern gesprochen werden kann und ob nicht eher vor allem Korrelationen feststellbar sind.

Abschließend wäre sicherlich noch ein Blick in andere Bundesländer oder sogar andere Länder interessant. Damit könnte man robustere Ergebnisse erhalten und es wäre eine höhere Vergleichbarkeit gegeben. Zudem könnte man so für den Fall einer „zweiten Welle“ oder einer anderen neuen Herausforderung aus den Erfahrungen anderer Staaten und Bundesländern lernen.

Literaturverzeichnis

Metzger, Christiane 2018. Zur motivationalen Heterogenität Studierender. Auswirkungen auf Lernverhalten und Workload in: Auferkorte-Michaelis, Nicole/Linde, Frank (Hrsg.) Diversität lernen und lehren – ein Hochschulbuch. Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich, 53-73.

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